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Tarif bei Scania Vertrieb und Service durchgesetzt

Mehr Geld und kürzere Arbeitszeiten bei Scania

07.11.2018 Ι Tarifabschluss beim Service und Vertrieb des Nutzfahrzeugherstellers Scania: Ab Januar wird stufenweise der Kfz-Tarif der IG Metall eingeführt. Für die 1200 Beschäftigten bringt der Tarifabschluss eine gerechtere Bezahlung - für viele mehrere hundert Euro mehr im Monat - und kürzere Arbeitszeiten. Das haben die Beschäftigten mit der IG Metall durchgesetzt.

Die rund 1200 Beschäftigten in den 40 Niederlassungen der Scania Vertrieb und Service GmbH bekommen eine transparente und faire Bezahlung. Für viele Beschäftigte bedeutet das mehrere hundert Euro mehr im Monat. Zugleich sinkt die Arbeitszeit schrittweise von 40 auf bis zu 36 Stunden in der Woche. In den nächsten vier Jahren werden stufenweise die Flächentarife der IG Metall für das Kfz-Handwerk eingeführt.


Das hat die Verhandlungskommission der IG Metall bei Scania Vertrieb und Service in drei Tarifverhandlungen durchgesetzt. Die Beschäftigten haben dafür in vielen Niederlassungen mit Tarifaktionen Druck gemacht.
 


Tarifaktionen der Beschäftigten in den Niederlassungen von Scania Vertrieb und Service (Foto: IG Metall)


Erstmals gibt es damit bei Scania in Deutschland Tarifverträge mit einheitlicher, transparenter Bezahlung. Bislang war die Bezahlung uneinheitlich, weil jeder Beschäftigte sein Entgelt selbst aushandelte. Das führte dazu, dass Beschäftigte, obwohl sie die gleiche Arbeit machen, sehr unterschiedliche Löhne und Gehälter haben. Künftig gilt nun: Gleiche Arbeit, gleiches Geld. Viele werden deutlich mehr verdienen. Zudem sichert der Tarifabschluss auch, dass keiner weniger bekommen wird als bisher - und das bei gleichzeitiger Verkürzung der Arbeitszeit.


Stufenweise zum Kfz-Flächentarif

Die Beschäftigten erhalten jetzt zunächst eine Einmalzahlung von 250 Euro und werden in den nächsten Wochen erstmals nach dem Kfz-Flächentarif entsprechend ihrer Arbeit eingruppiert.


Am 1. Januar 2019 steigen die Einkommen um 33 Prozent der individuellen Differenz zum Kfz-Tarif. Das bedeutet beispielsweise: Wer bisher 300 Euro unter Kfz-Tarif verdient hat, erhält 100 Euro mehr. Zugleich sinkt zunächst die Arbeitszeit um eine Stunde auf 39 Stunden.


2020 steigen die Entgelte dann um weitere 33 Prozent der individuellen Differenz zum Tarif. Ab Januar 2021 gilt dann beim Geld: 100 Prozent Kfz-Flächentarif.


Die Arbeitszeit sinkt jedes Jahr um eine weitere Stunde: auf 38 Stunden im Januar 2020, auf 37 Stunden 2021 - und 2022 schließlich auf die tariflichen 36 Stunden.


Voller Tarif sofort für die Auszubildenden

Für die Auszubildenden gibt es keinen Stufenplan. Sie erhalten bereits jetzt die vollen tariflichen Ausbildungsvergütungen. Sollte ihre individuell vereinbarte Vergütung bereits über Tarifniveau liegen, bleibt diese erhalten und wird in voller Höhe weitergezahlt. Ab dem 1. Januar 2019 gilt dann für sie der volle Kfz-Tarif - auch bei der Arbeitszeit: Bis auf wenige Niederlassungen, in denen 37 Stunden gearbeitet wird, gelten dann für die Auszubildenden 36 Stunden in der Woche.


Solidarität der Beschäftigten machte Tarifergebnis möglich

Ursprünglich wollten die Arbeitgeber einen eigenen Haustarif für Scania Vertrieb und Service mit schlechteren Arbeitsbedingungen. Im Laufe der Verhandlungen und unterstützt durch Tarifaktionen setzte die IG Metall-Verhandlungskommission ihren Stufenplan durch.


Möglich wurde dieser Erfolg, weil sich viele Beschäftigte in der IG Metall organisiert haben und mit Unterstützung des Ressorts Handwerks der IG Metall Betriebsräte gründeten. Jede Niederlassung hat nun einen Betriebsrat, der für sie zuständig ist. Einzigartig im Handwerk ist zudem, dass die Beschäftigten IG Metall-Vertrauensleute in den Betrieben gewählt haben, die in der Tarifrunde mitdiskutierten, die Aktionen organisierten und die Beschäftigten mobilisierten, erklärt Markus Wente, Verhandlungsführer der IG Metall. "Stück für Stück wurden in den letzten Jahren bei Scania Verbesserungen durchgesetzt - und nun der Durchbruch mit dem Tarifabschluss, der den Flickenteppich in der Bezahlung beseitigt und den Grundstein für eine transparente und faire Bezahlung legt. Dieses Beispiel sollte im Handwerk Schule machen."

Tarif

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Werner Bachmeier
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