Gewerkschaftstag fordert Neuaufbau der Alterssicherung
Die Rente retten: Das fordert der Gewerkschaftstag

Eine Rente, die den Lebensstandard sichert, eine ergänzende Betriebsrente für alle. Beim Gewerkschaftstag fordern die Delegierten einen Neuaufbau der Alterssicherung.

11. Oktober 201911. 10. 2019


Abstiegsangst im Alter, Minirenten nach einem Leben voller Arbeit, Armut durch Invalidität – all das soll es nach dem Willen der Gewerkschaftstag-Delegierten in Zukunft nicht mehr geben. Was es stattdessen geben soll: einen grundlegenden Kurswechsel in der Rentenpolitik, mit dem Ziel einer auskömmlichen Rente für alle.

Um dieses Ziel zu erreichen beschlossen die Delegierten ein Reformprogramm mit zahlreichen Maßnahmen.

Das Rentenniveau soll dauerhaft stabilisiert und wieder angehoben werden, um einen sozialen Abstieg im Alter zu verhindern. Angestrebt wird ein Rentenniveau von etwa 53 Prozent, so wie es jahrzehntelang der Fall war.
 

Freibeträge für die gesetzliche Rente, dazu eine Grundrente

Altersarmut wollen die Delegierten wirksamer bekämpfen. Das Problem: Selbst bei deutlich steigendem Rentenniveau bleiben viele Menschen von akuter Armut im Alter bedroht. Betroffen sind zum Beispiel Menschen, die lange im Niedriglohnsektor beschäftigt waren oder Lücken in ihrem Erwerbsleben haben. Für sie soll es bei der Berechnung der Grundsicherung Freibeträge für die gesetzliche Rente geben, dazu eine Grundrente. Zeiten von Pflege, Kindererziehung oder Langzeitarbeitslosigkeit sollen bei der Rentenberechnung besser anerkannt werden.

Flexible Altersgrenzen

Der Rente mit 67 erteilten die Delegierten eine klare Absage. Ebenso allen Versuchen, das Rentenalter noch weiter zu anzuheben – denn das würde für viele Beschäftigte eine Rentenkürzung durch die Hintertür bedeuten. Stattdessen beschloss der Gewerkschaftstag die Forderung nach einer erreichbaren Altersgrenze und flexiblen, sozial abgesicherten Übergängen in den Ruhestand.

Außerdem soll die Rentenversicherung zu einer Erwerbstätigenversicherung weiterentwickelt werden, in die auch Selbstständige oder Freiberufler einzahlen.

Bei der Erwerbsminderungsrente fordern die Delegierten Verbesserungen, etwa die Beseitigung von Abschlägen. Die Reha- und Präventionsangebote der gesetzlichen Rentenversicherung sollen ausgeweitet werden.

Zur Finanzierung einer verbesserten Alterssicherung schlägt der Gewerkschaftstag unter anderem höhere Steuerzuschüsse vor.


Betriebsrente stärken

Bei der Betriebsrente sprachen sich die Delegierten für eine „flächendeckende Verbreitung der betrieblichen arbeitgeberfinanzierten Altersversorgung (bAV)“ aus – als Ergänzung der gesetzlichen Rente. Die Belastung von Betriebsrenten durch die volle Beitragspflichtig zu Kranken- und Pflegeversicherung – die sogenannte Doppelverbeitragung – soll abgeschafft werden.

Lob gab es auf dem Gewerkschaftstag für die jüngsten Verbesserungen bei der Rente: Mit den Rentenpaketen 2014 und 2018 hat die Bundesregierung zum Beispiel das Rentenniveau bis 2025 stabilisiert und die Erwerbsminderungsrente verbessert – beides Erfolge der IG Metall-Rentenkampagne.

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