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Schichtkalender2013

Jahresrückblick 2018

Das war das Jahr der IG Metall

20.12.2018 Ι Ein neuer Tarifvertrag, der Zeichen setzt, Zukunftspakte, Diskussionen über die digitale Arbeitswelt von morgen - die IG Metall hat im Jahre 2018 große Themen bewegt. Ein Rückblick.

Januar


Warnstreiks. Im Januar rollt in der Metall- und Elektroindustrie eine Warnstreikwelle an. Die IG Metall verhandelt über einen neuen Tarifvertrag. Die Arbeitgeber behaupten, Warnstreiks seien rechtlich unzulässig. Ihr Störmanöver kann die Metallerinnen und Metaller nicht bremsen. Sie gehen sogar erstmals ganztägig in Warnstreiks. Insgesamt beteiligen sich 1,5 Millionen Beschäftigte bundesweit an Aktionen.


Februar


Tarifabschluss. Von dem Tarifvertrag, den die IG Metall im Februar unterschreibt, sind viele hellauf begeistert. Auch Medien feiern ihn: als Meilenstein auf dem Weg in eine moderne, selbstbestimmte Arbeitswelt. Zum ersten Mal haben Beschäftigte Wahlmöglichkeiten bei der Arbeitszeit. Sie können sie für bis zu zwei Jahre auf 28 Stunden in der Woche verkürzen. Wer Schicht arbeitet, Kinder betreut oder Angehörige pflegt, kann zudem zwischen zusätzlichem Geld oder zusätzlichen acht freien Tagen wählen. Vor allem die freien Tage entwickeln sich zum Renner, besonders Schichtarbeiter nutzen die Option. Mehr Geld für alle gibt es natürlich auch: 4,3 Prozent ab April. Die IG Metall gewinnt während der Tarifrunde rund 60 000 neue Mitglieder.

März bis Mai


Betriebsratswahlen. Von 1. März bis Ende Mai wählen mehr als 2,4 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in rund 10 000 Betrieben, für die die IG Metall als Gewerkschaft zuständig ist, ihre Interessenvertretungen für die nächsten vier Jahre. Die neu gewählten Betriebsräte sind im Schnitt jünger als bisher. Etwa 40 Prozent sind zum ersten Mal gewählt worden. Die Wahlen insgesamt sind ein starker Vertrauensbeweis für die Metallerinnen und Metaller, die sich in den Betrieben für die Belegschaften einsetzen: 71 Prozent der Gewählten sind IG Metall-Mitglieder. Rechtspopulisten können nur in ganz wenigen Betrieben Mandate gewinnen - und wenn, dann nie auf Kosten der IG Metall, sondern zulasten anderer gegnerischer Listen.

Juni

Hängepartien. Am 14. Juni beginnt nicht nur die Fußball-Weltmeisterschaft. An diesem Tag starten die Beschäftigten in den Werken des Autozulieferers Neue Halberg Guss in Leipzig und Saarbrücken einen sechswöchigen Streik für die Zukunft ihrer Standorte und Arbeitsplätze. Erst im November sehen sie Licht am Ende des Tunnels. Mit einem Eigentümerwechsel besteht die Chance, unter besseren Bedingungen neu durchzustarten.

Eine lange Hängepartie endet im Juni für die rund 27 000 Beschäftigten von Thyssen Krupp Steel. Am 29. Juni wird die Stahl-Allianz mit dem indischen Unternehmen Tata beschlossen. Der IG Metall gelingt es, dass Thyssen-Krupp für die nächsten neun Jahre sichere Arbeitsplätze garantiert, und zusagt, dass in dieser Zeit die Standorte gesichert sind und pro Jahr mindestens 400 Millionen Euro investiert werden.

Juli


Zukunftspakt. In Großbritannien präsentiert Regierungschefin Teresa May ihren Brexitplan - Beginn eines endlosen Streits im britischen Parlament. In Deutschland, und vor allem in der IG Metall, steht ein anderes wirtschaftliches Thema ganz vorne, ein Zukunftsthema: Digitalisierung/Industrie 4.0. Wie den digitalen Wandel im Interesse der Beschäftigten gestalten - und zwar so, dass niemand auf der Strecke bleibt?  Bei Siemens setzt die IG Metall einen Zukunftspakt durch. Er sichert Beschäftigten, deren Arbeitsplätze betroffen sein können, Rechte auf Weiterbildung und Qualifizierung zu.

August

Opel-Vertrag. Hitzerekord in Deutschland. Hitzefrei in den Betrieben gibt es nicht. Gearbeitet wird auch bei Opel. Bei dem Autounternehmen wird mit dem neuen französischen Eigentümer PSA ein Zukunftstarifvertrag abgeschlossen. Er schützt die Beschäftigten bis 2023 vor betriebsbedingter Kündigung und verpflichtet das Unternehmen zu Investitionen in alle Standorten. Bis zu 3700 Stellen können abgebaut werden, aber nur auf freiwilliger Basis. Ruhe kehrt damit nicht ein. Im November gibt PSA bekannt, Teile des Entwicklungszentrums an einen Ingenieurdienstleister zu verkaufen. Rund 2000 Ingenieure sind betroffen. 

September

Dieselkrise. Seit inzwischen drei Jahren leiden Beschäftigte in der Auto- und Zulieferindustrie, Autokäufer und -besitzer, Pendler und Stadtbewohner unter der Dieselkrise. Die Auseinandersetzungen über Stickoxidbelastung und Fahrverbote und die vielen ungelösten Probleme, die damit zusammenhängen, entwickeln sich zu einer scheinbar unendlichen Geschichte.

Oktober

Transformationskongress. 650 Metallerinnen und Metaller diskutieren auf dem Transformationskongress der IG Metall in Bonn über Megathemen der Zukunft. Wie verändern  die Digitalisierung und der Klimawandel die Arbeitswelt? Was bedeutet der anstehende gewaltige Umbau der Wirtschaft für Tätigkeiten, Arbeitsbedingungen, für Bildung und Qualifikationen. Wie lässt sich gute und sichere Arbeit erhalten und neue schaffen?  Wie muss sich der Sozialstaat darauf einstellen? Und - wichtigste Frage für die Gewerkschaft: Wie können IG Metall, ihre Aktiven in den Betrieben und Beschäftigte die Veränderungen mitgestalten, damit  Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht unter die Räder geraten, sondern Nutznießer der Entwicklung werden.

November

100 Jahre. Für die Gewerkschaften gibt es im November gleich drei Jubiläen zu feiern: Die Novemberrevolution 1918, die mit dem Matrosenaufstand in Kiel begann und das Ende von Krieg und Monarchie bedeutete. Dann ein Abkommen, dass der Gewerkschafter Carl Legien und der Industrielle Hugo Stinnes vor 100 Jahren unterzeichneten. Es gilt als Geburtsstunde der Tarifautonomie. Erstmals erkannten die Arbeitgeber die Gewerkschaften als Interessenvertreter von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und als Verhandlungspartner an. Dafür hatten die Gewerkschaften Jahrzehnte gekämpft. Ein erster Erfolg des Abkommens: der Acht-Stunden-Tag. Außerdem brachte das Jahr für Frauen endlich das aktive und passive Wahlrecht.

Dezember

Tarifrunden. In der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie beginnen Tarifverhandlungen. Die IG Metall fordert 5,5 Prozent höhere Entgelte und Vergütungen für die Auszubildenden und eine attraktivere Altersteilzeit. Auch die Beschäftigten in der nordwestdeutschen und ostdeutschen Stahlindustrie bereiten sich auf Tarifauseinandersetzungen vor. Die IG Metall fordert sechs Prozent mehr Geld und eine zusätzliche Urlaubsvergütung von 1800 Euro (Azubis 600), die bei künftigen Tariferhöhungen mitwachsen soll.

Wie gut Tarifverträge sind, zeigt sich vor Weihnachten, wenn alle ihre Geschenke für die Lieben kaufen. Da freut sich jeder, wenn er etwas mehr Geld als sonst im Portemonnaie hat. 77 Prozent der Arbeitnehmerinnen  und Arbeitnehmer, für die Tarifverträge gelten, haben von ihrer Firma Weihnachtsgeld erhalten. Von denen ohne Tarif nur 42 Prozent. Gut, dass schöne Feiertage nicht (nur) von Geld und Geschenken abhängen.

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Was steht mir zu? Achtung: Nur Gewerkschaftsmitglieder haben einen Rechtsanspruch auf tarifliche Leistungen.

Werner Bachmeier
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