Der Staatssekretär des Wirtschaftsministeriums sieht erneuerbare Energien als Standortvorteil. Doch momentan wandern die dafür benötigten Technologien ab und die Beschäftigten wechseln die Branche. Es braucht gute Arbeit und Local-Content-Regeln für Deutschland.
Foto: IG Metall/Ulrike Reinker
Foto: IG Metall/Ulrike Reinker
7. Oktober 20227. 10. 2022
Große Löcher machen drei von vier Röhren der Nord-Stream-Pipelines unbrauchbar. Wie genau sie in den Stahl gelangten, darüber wird spekuliert. Es muss der Sabotageakt eines Staates gewesen sein, vermuten Experten und deuten auf Russland. Klar ist, Erdgas werden sie so schnell nicht wieder liefern können, vielleicht sogar nie wieder. An den Märkten schlugen die Preise für den fossilen Energieträger, nach Bekanntwerden der Lecks, nach oben, obwohl davor auch schon kein Gas durch die Röhren nach Deutschland strömte.
Für den parlamentarischen Staatssekretär Michael Kellner ist klar: „Wir befinden uns in einem Wirtschaftskrieg und müssen auch damit rechnen, dass mit weiteren Störaktionen die Preise weiter befeuert werden.“ Auf der Maschinenbaukonferenz 2022 der IG Metall in Berlin gab er einen Ausblick der Energiepreise für die Zukunft: „Eine Zeit zurück in billige fossile Energiepreise wird es nicht geben“, sagte Keller. Daraus folgt für den Staatsekretär: „Verfügbarkeit von grünem Strom wird zum Standortvorteil werden.“ Interessant für Unternehmen könnte so beispielsweise die Küste werden.
Standortvorteil nur mit Local Content möglich
Die Betriebsräte machten den Staatssekretär auf der Konferenz darauf aufmerksam, dass es, wenn es erneuerbare Energien in Deutschland geben soll, hier auch die Produktion von Windrädern und Solarpanelen geben muss. Gerade aber würden Unternehmen ihre Fertigung nach Fernost verlagern und dort in eine ähnliche Abhängigkeit geraten wie aktuell vom russischen Gas. Dafür muss die Politik das Abwandern von Technik hindern. Standorte müssen erhalten werden und die Arbeitsbedingungen so sein, dass es auch attraktiv für Beschäftigte ist, in dieser Branche zu arbeiten. Hier sind die Unternehmen gefragt, gute Arbeitsbedingungen zu schaffen. Dafür kämpfen gerade die Beschäftigten von Vestas.
Bessern Politik und Unternehmen nicht nach, droht der Abfluss von Know-how. Um das zu verhindern gibt es für Wolfgang Lemb, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, zwei Stellschrauben: „Gute Arbeit in Form von Tarifverträgen und Local-Content-Regelungen. Dafür wird sich die IG Metall einsetzen.“
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